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HAMBI CAMP
Selbstverwaltete Pressestelle am Hambacher Wald
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                                                Hambacher Wald, 16. Oktober 2018
 
 
 
   
 
 
 
Fledermäuse gegen RWE
 Es geht nicht nur um Bäume! 
Aktivist_innen öffnen Baumhöhlen 
von Z. Nomura
Die lebensfeindlichen Strategien der RWE AG gefährden nicht nur über 12.000 Jahre alte Bäume, sondern auch unzählige Pflanzen- und Tierarten. Vor den geplanten Rodungen tackerte RWE Baumhöhlen mit Plastikfolien zu, um die dort lebenden Bechsteinfledermäuse zu vertreiben. Umweltaktivist_innen versuchen mit Kletteraktionen vor Ort die Tiere und ihre Lebensräume zu retten.

Gefahrengebiet für Bechsteinfledermäuse
Der kommende Herbst und Winter wird für die höhlenbrütenden Arten des Hambacher Waldes ein harter, wenn nicht gar tödlicher Winter. Die systematische Vernichtung der Lebensräume der Fledermäuse und der damit einhergehenden Vertreibung aus dem Wald war eine Maßnahme von RWE vor der geplanten Rodung. Besonders perfide: RWE engagierte sogar sogenannte  Fledermausspezialisten, um die Vertreibung der Tiere effektiv zu gestalten.  

Plastik als Räumwerkzeug
Vor den angkündigten Rodungen tackerte RWE die Fledermaushöhlen mit Plastikfolien und Spachtelmasse zu, um eine Rückkehr der Fledermäuse in den Wald in ihre angestammten Höhlen zu verhindern und sie so angeblich “umzusiedeln”. Laut namhafter Biologen und Fledermausexperten, sind Bechsteinfledermäuse jedoch zum Umsiedeln NICHT geeignet. Wenn sie Ihre „Heimathöhlen“ verlieren, können sie nicht überleben. 

Fledermäuse “Eingekesselt”
RWE behauptet, dass Fledermäuse, die in den Höhlen durch die Abdeckungsmaßnahmen gefangen werden, trotzdem fliehen können, wenn die Höhlen mit einer Ein- und Ausflugspalte ausgestattet sind. Uns vorliegende Bilder der Bäume beweisen, dass die von RWE zugetackerten und zugespachtelten Höhlen über keinerlei Fluchtmöglichkeiten mehr verfügen. Bisher haben die Umweltschützer_innen zwar noch keine verendeten Tiere in den geschlossenen Höhlen gefunden. Doch falls es eingeschlossene Tiere gibt, sind diese mit Sicherheit tot.

Noch zu retten?
Mit ihren Kletteraktionen haben die Aktivist_innen in bereits über 100 Bäumen die Plastikfolien vor den Höhlen entfernt. Tatsache ist jedoch,dass kaum noch Fledermäuse im Wald gesichtet werden. Die Turbulenzen im Wald haben den einst ruhigen Lebensraum für Fledermäuse, Haselmäuse und alle anderen lärm- und störungsanfälligen Tiere nachhaltig verändert. Engagierte Menschen vor Ort bemühen sich, den Wald zu renaturieren und aufzudecken, wie die RWE in den letzten Monaten die Natur im Hambacher Wald rücksichtslos zerstört hat. 
Die Situation ist kritisch!
 
 
 
Die Bechsteinfledermaus
 
Die Bechsteinfledermaus hat eine Lebenserwartung von gut 30 Jahren. Zur Jungenaufzucht und als Rückzugsorte benutzen sie Höhlen in Bäumen. 
“Bechsteinfledermäuse sind in Deutschland stark gefährdet. Sie haben ein sehr geringes Ausbreitungspotenzial: Die weiteste bisher ermittelte Wanderstrecke beträgt 35 Kilometer. Hinzu kommt, dass das Tier innerhalb seines Reviers häufig den Unterschlupf wechselt und daher ein Quartierverbundsystem mit vielen geeigneten Höhlen benötigt.” 
(Quelle: BUND e.V.)
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